
Velux-Holzfenster sind aus Kiefernholz, ab Werk farblos imprägniert und mit einem lösungsmittelfreien Acryllack versiegelt – entweder klar oder weiß. Dieser Lack ist der wichtigste Schutz der Holzoberfläche. Solange er geschlossen ist, bleibt Kondenswasser an der Oberfläche. Hat er Risse oder Kratzer, saugt das Holz die Feuchtigkeit auf, und dann entstehen die typischen Wasserflecken und dunklen Verfärbungen. Rechtzeitig nachlackiert, lässt sich das vermeiden.
Dieser Ratgeber betrifft Dachfenster mit lackierter Holzoberfläche. Weiß lackierte Holzfenster erkennen Sie an der dezent sichtbaren Holzmaserung unter dem Lack. Velux-Fenster mit Kunststoffoberfläche gelten laut Hersteller als wartungsfrei und brauchen keinen neuen Anstrich.
Woran Sie erkennen, dass die Holzoberfläche Pflege braucht
Schauen Sie sich den Rahmen bei gutem Tageslicht an, vor allem den unteren Teil: Dorthin läuft das Kondenswasser von der Scheibe. Typische Anzeichen:
- Kleine Kratzer oder Lackschäden: Hier genügt laut Velux eine punktuelle Ausbesserung.
- Risse oder abblätternder Lack: Der Schutzfilm ist offen, das Holz kann Feuchtigkeit aufnehmen. Zeit für einen neuen Anstrich.
- Wasserflecken und dunkle Ränder: Feuchtigkeit ist bereits ins Holz gezogen. Klären Sie zuerst, woher sie kommt (siehe unten).
- Graue, bläuliche oder schwarze Verfärbungen: Sie können auf Bläue- oder Schimmelpilze hindeuten, die sich in feuchtem Holz bilden. Dann reicht Überlackieren nicht.
- Weiches Holz: Gibt das Holz bei leichtem Druck mit einem Schraubendreher nach, ist Fäulnis wahrscheinlich – das gehört in Fachhände.
Wie oft Velux-Holzfenster nachbehandelt werden sollten
Velux nennt in seinem Merkblatt zur Holzbehandlung Mindestintervalle. Sie gelten für normale Belastung – wo es feucht oder heiß wird, verkürzen sie sich deutlich:
| Ausführung | Normale Belastung | Starke Feuchte, Hitze oder Sonne |
|---|---|---|
| Holz, klar lackiert | mindestens alle 4 Jahre | mindestens alle 2 Jahre |
| Holz, weiß lackiert | mindestens alle 7 Jahre | mindestens alle 2 Jahre |
Neue Velux-Holzfenster kommen fertig lackiert; ein zusätzlicher Anstrich direkt nach dem Einbau ist laut Velux nicht notwendig. Wichtiger als der Kalender ist der Blick aufs Fenster: Zeigen sich Schäden früher, handeln Sie früher.
Wasserflecken: Kondensat oder undicht?
Bevor Sie schleifen und lackieren, lohnt sich die Frage, woher das Wasser kommt. Sonst sind die Flecken nach dem nächsten Winter oder dem nächsten Starkregen wieder da.
Ursache 1: Kondenswasser von innen
Feuchte Raumluft – vom Kochen, Duschen und Baden, von vielen Pflanzen oder in Neubauten von der Baufeuchte – schlägt sich an der kältesten Fläche nieder. Beim Dachfenster ist das die Scheibe. Von dort läuft das Wasser auf den Holzrahmen. Ist der Lack nicht mehr intakt, saugt das Holz es auf. Kann es nicht abtrocknen, etwa weil kein Heizkörper unter dem Fenster sitzt oder zu wenig gelüftet wird, bilden sich Schimmel- und Bläuepilze. Was hilft:
- Regelmäßig stoßlüften, statt das Fenster dauerhaft zu kippen.
- Beschlagene Scheiben und nasse Rahmen trockenwischen und danach lüften.
- Feuchte Luft nach dem Kochen oder Duschen gleich nach draußen abführen.
Mehr dazu lesen Sie in den Ratgebern Kondenswasser am Fenster und Beschlagene Fenster vermeiden.
Ursache 2: Wasser von außen
Flecken, die vor allem nach Regen auftreten, deuten eher auf eine undichte Stelle hin. Laut Velux kann eine alte Dichtung oder ein mangelhafter Dichtungsübergang Nässe eindringen lassen. Typische Stellen beim Dachfenster sind die Umlaufdichtung und der Eindeckrahmen rund ums Fenster. Beides lässt sich am bestehenden Fenster reparieren – mehr dazu unter Velux-Reparatur & Dichtungstausch.
Flecken am Dachfenster?
Schicken Sie ein Foto per WhatsApp. Wir schätzen ein, ob Lack, Dichtung oder Eindeckrahmen dahinterstecken, und nennen vorab einen Fixpreis – nach Foto oder Besichtigung.
Schleifen & lackieren: So gehen Sie vor
Velux beschreibt die Nachbehandlung in seinem Merkblatt Schritt für Schritt. Die folgende Anleitung fasst sie für Fenster ohne Schimmel zusammen. Maßgeblich sind immer die Angaben auf dem Lack, den Sie verwenden.
Das brauchen Sie
- Lauwarmes Seifenwasser und ein Mikrofasertuch
- Abdeckfolie und Klebeband für Boden, Scheibe und Dichtungen
- Schleifpapier in den Körnungen 80, 180 und 240
- Holzkitt oder Acryl-Spachtel für Risse und kleine Kerben
- Klaren oder weißen Acryllack auf Wasserbasis – passend zur bisherigen Ausführung
- Acrylpinsel und einen kleinen Schaumstoffroller
Schritt für Schritt: klar lackierte Fenster
- 01Boden abdecken, Scheibe und Dichtungen sorgfältig abkleben.
- 02Rahmen mit lauwarmem Seifenwasser reinigen und gut trocknen lassen.
- 03Risse und kleine Kerben mit Holzkitt ausbessern.
- 04Den Altlack mit Körnung 80, dann 180 schleifen – je nach Zustand –, bis die Oberfläche glatt ist. Staub gründlich entfernen.
- 05Den ersten Anstrich leicht verdünnt auftragen.
- 06Etwa eine Stunde trocknen lassen, mit Körnung 240 leicht anschleifen und entstauben.
- 07Den Schlussanstrich unverdünnt auftragen und mit dem leicht feuchten Schaumstoffroller glatt nachrollen.
Weiß lackierte Fenster
Hier ist weniger Schleifarbeit nötig: Laut Velux-Merkblatt wird die Oberfläche mit feinem Schleifpapier (Körnung 240) angeschliffen, mit lauwarmem Wasser gereinigt und getrocknet. Dann folgt ein leicht verdünnter Voranstrich mit weißem Acryllack auf Wasserbasis, nach etwa einer Stunde der unverdünnte Schlussanstrich. Risse füllen Sie vorher mit Acryl-Spachtel, der oft bis zu zwei Stunden aushärten muss.
Lasur, Öl oder Lack?
Velux nennt für seine Holzfenster einen wasserbasierten Acryllack, klar oder weiß, und rät ausdrücklich zu Lack statt Lasur. Bleiben Sie also beim System, das schon auf dem Fenster ist. Wer auf eine andere Beschichtung wie Lasur oder Öl wechseln will, muss den alten Lack restlos entfernen – das ist deutlich mehr Arbeit.
Wenn Schimmel oder Bläue im Spiel ist
Dunkle Verfärbungen einfach zu überlackieren, bringt nichts. Velux beschreibt dafür einen eigenen Ablauf, der nur bei ausgetrocknetem Holz funktioniert: die alten Lackschichten an den verfärbten Stellen abschleifen, die Pilze mit einem geeigneten Mittel abtöten, das Holz vollständig trocknen lassen, mehrfach dünn grundieren, in den Ecken satt, und erst dann wie oben lackieren. Bei stärkerem Befall rät Velux, einen Fachmann hinzuzuziehen, der beurteilt, wie tief der Schimmel ins Holz reicht. Hat er sich stark ausgebreitet, kann ein Austausch die bessere Lösung sein.
Wann der Profi sinnvoll ist
Nachlackieren können Sie mit etwas Geschick selbst. Einen Profi sollten Sie holen, wenn …
- die Flecken immer wiederkommen oder nach Regen auftreten – dann stecken oft Dichtung oder Eindeckrahmen dahinter,
- das Holz weich ist oder Schimmel größere Flächen erfasst hat,
- die Dichtungen porös oder rissig sind,
- das Fenster klemmt, schwer schließt oder zieht,
- das Fenster hoch in der Dachschräge sitzt und nur von der Leiter aus erreichbar ist.
Wir von Fensterservice ROWO kümmern uns um Velux-Dachfenster in Niederösterreich und Wien – von der Reparatur und dem Dichtungstausch bis zur Holzoberfläche. Ihr Vorteil: Dichtung, Eindeckrahmen, Beschlag und Anstrich aus einer Hand, statt mehrere Firmen zu koordinieren. Mehr zur Holz-Sanierung lesen Sie unter Holzfenster sanieren & streichen lassen.
Schicken Sie uns ein Foto per WhatsApp: Sie bekommen vorab einen Fixpreis, nach Foto oder Besichtigung. Kurze Wege haben wir von Michelndorf aus ins Tullnerfeld, nach St. Pölten, Krems und Klosterneuburg; auch in Wien sind wir im Einsatz.